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27 Januar

Auszeichnung für zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung

Das Projekt zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung der RAA Mecklenburg-Vorpommern wurde am 25. Januar mit dem diesjährigen Obermayer Award ausgezeichnet, der Personen und Organisationen ehrt, die sich für das Bewahren jüdischer Geschichte in
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27/01/2022

Auszeichnung für zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung

Das Projekt zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung der RAA Mecklenburg-Vorpommern wurde am 25. Januar mit dem diesjährigen Obermayer Award ausgezeichnet, der Personen und Organisationen ehrt, die sich für das Bewahren jüdischer Geschichte in Deutschland sowie für Menschenrechte, Toleranz und Demokratie einsetzen, und stets im Umfeld des Internationalen Holocaust-Gedenktags verliehen wird. Zu diesem Anlass sprach Projektleiterin Dr. Constanze Jaiser außerdem im NDR darüber, wie lebendige Erinnerungskultur für künftige Generationen gelingen kann.
Das Projekt zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung entwickelt neue Formate zur historisch-politischen und Menschenrechtsbildung für Kinder und Jugendliche, um regionale Zeitgeschichte in Neubrandenburg partizipativ und lebensnah erfahrbar zu machen. Schüler*innen erarbeiten z. B. zur Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers Rechlin oder zu Sinti-Kindern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte unter professioneller Anleitung multi-mediale Materialien für den Unterricht, die online frei zur Verfügung stehen. Auch Erwachsene sollen mit den erinnerungskulturellen Angeboten erreicht werden, u. a. im Rahmen von spezifischen Fortbildungen für unterschiedliche Berufsgruppen.

Für diese wegweisende Arbeit wurde zeitlupe nun mit dem renommierten Obermayer Award ausgezeichnet, den die US-amerikanische Obermayer Foundation seit 2000 jährlich Einzelpersonen oder Organisationen verleiht, die sich für die Pflege des jüdischen Erbes und gegen Antisemitismus, Rassismus und Vorurteile einsetzen. Die Preisverleihung in Berlin wurde durch das Berliner Abgeordnetenhaus unterstützt und dort online aufgezeichnet. zur Preisverleihung

"Wir freuen uns besonders, dass unter den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern so viele sind, die mit jungen Menschen arbeiten. Denn wir brauchen das Engagement einer neuen Generation, um eine bessere Zukunft zu schaffen", so Geschäftsführer Joel Obermayer bei der Verleihung.

Erinnerung lebendig halten

Wie dies gelingen kann, beschrieb Dr. Constanze Jaiser, Projektleiterin von zeitlupe, in zwei TV-Beiträgen des NDR anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags.
So sei es wichtig, Gedenken an die Opfer nicht nur durch wiederkehrende Rituale wachzuhalten, sondern der Geschichte im unmittelbaren Umfeld, auch in der eigenen Familienbiografie, nachzuforschen. Die Lernprozesse müssten eng mit der eigenen Lebenswelt verbunden sein. Auch viele digitale Angebote zur geschichtlichen Aufarbeitung, die junge Menschen ansprechen können, gebe es mittlerweile, würden aber von Schulen noch zu wenig genutzt. Gerade bei Jugendlichen müsse immer wieder die Motivation für die Erinnerungsarbeit, die - vor allem im engen Umfeld - oft schmerzhaft und mit vielen Tabus und ethischen Dilemmata behaftet ist, geschaffen und die Frage nach dem "Wozu" offen zugelassen werden.

Die Freudenberg Stiftung gratuliert dem gesamten Team von zeitlupe ganz herzlich zu dieser tollen Auszeichnung und den interessanten Medienbeiträgen und wünscht weiterhin viel Freude und Erfolg bei diesem wichtigen Engagement!

Zum Beitrag des NDR MV Live hier
Zum Beitrag des NDR Nordmagazins hier

Zum Preisträger-Portrait zeitlupe hier



Die Freudenberg Stiftung hat das Projekt zeitlupe I Stadt.Geschichte & Erinnerung mit initiiert und fördert es seit seiner Gründung 2016. Sie ist außerdem Gründungspartnerin der RAA Mecklenburg-Vorpommern, die sie seit 1999 institutionell und projektbezogen unterstützt.